Die Richter Alexandre de Moraes und André Mendonça wurden vom Präsidenten des Obersten Gerichtshofs, Edson Fachin, vorgeladen, innerhalb von fünf Tagen Auskünfte über die interne Krise am Gericht zu erteilen. Neben den beiden Richtern forderte Fachin auch eine Stellungnahme des Generalbundesanwalts der Republik, Paulo Gonet, und des Generaldirektors der Bundespolizei, Andrei Rodrigues, an.
Die Krise eskalierte am Donnerstagabend, als Alexandre de Moraes beantragte, dass André Mendonça untersucht wird. Der Antrag wurde im Rahmen des Fake-News-Verfahrens gestellt, in dem Moraes Verdacht auf Amtsmissbrauch, Verwaltungssündefälle und strafbare Handlungen bei der Führung der Ermittlungen zur Banco Master und zu Veruntreuungen bei der INSS vermutet.
In der an Fachin weitergeleiteten Beschwerde wirft Moraes seinem Kollegen vor, die richterliche Unparteilichkeit verletzt zu haben und bestimmten politischen Gruppen Vorteile verschafft zu haben. Die Verfügung behauptet, dass Mendonça gezielt spezifische Ziele ausgewählt habe, wobei sowohl Moraes selbst als auch der Präsident des Senats, Davi Alcolumbre, genannt wurden.




