Der chinesische Künstler Ai Weiwei ist der Gast der 8. Ausgabe der Contextile – Biennale für zeitgenössische Textilkunst in Guimarães, die bis zum 29. November unter dem Thema „Am seidenen Faden / By a Thread" stattfindet und die Botschaft vermittelt, dass der Planet „am seidenen Faden hängt". Das Internationale Zentrum für Künste José de Guimarães (CIAJG) zeigt die Ausstellung „Fabrication", die mehr als 400 Kinderrucksäcke, zweihundert Schwimmwesten und Militäruniformen umfasst, die zu Bettwäsche verarbeitet wurden, als symbolische Darstellungen von Naturkatastrophen wie Erdbeben und Überschwemmungen sowie der Flüchtlingskrise.
Ai Weiwei, 1957 in Peking geboren, hat Produktionen mit Schwerpunkt auf Klimafragen, Umweltverschmutzung, Recycling und Wiederverwendung entwickelt, aber auch zu sozialen Themen wie Krieg und Migrationskrise. Der Künstler verwendete Militäruniformen aus der Ukraine, ein Land, das er 2025 besuchte, die zerstört und zu recyceltem Garn verarbeitet wurden, wodurch Stoff mit der ikonischen Geste des erhobenen Mittelfingers entstand, mit der Botschaft, Kriegsmaterialien in etwas Nützliches zu verwandeln. Bei dieser Zusammenarbeit arbeitete das Textilunternehmen Lameirinho aus Guimarães mit.
Im CIAJG sind auch andere Werke zu sehen, wie ein militärisches Zelt mit bunten Knöpfen und ein Textilbild mit dem Wort „FUCK". Draußen befinden sich die öffentlichen Interventionen „Camouflage", ein mehrere Dutzend Meter langes Tarnnetz, und „Net" im Viertel Couros, das zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört. Die Biennale fällt mit dem Titel von Guimarães als Europäische Grüne Hauptstadt 2026 zusammen und verstärkt damit die Verbindung zu den Themen Nachhaltigkeit und Umweltzerstörung.
Die Contextile umfasst auch die internationale Ausstellung im Palácio Vila Flor mit 54 Werken von 51 Künstlern aus 27 Ländern, die aus 1.604 Künstlern aus 81 Ländern ausgewählt wurden, die 2.036 Werke einreichten. Die Veranstaltung umfasst auch Künstlerresidenzen, Performances, Workshops und die Vortragsreihe Textile Talks, und erwartet viele Besucher, wobei die Portugiesen die meisten Besucher stellen, aber die Zahl der Ausländer stetig zunimmt, vor allem Spanier.




