Die Umweltvereinigung ZERO hat am Freitag, den 4. September, eine Plattform zur Überwachung von Nachtflügen am Flughafen Humberto Delgado in Lissabon gestartet und wirft der Regierung vor, das vor über einem Jahr eingegangene Versprechen, Flüge zwischen 1:00 und 5:00 Uhr zu verbieten, nicht eingehalten zu haben. Die Organisation vertritt die Ansicht, dass das gesetzliche Limit für Flugbewegungen in der Nacht systematisch überschritten wird.
Nach Angaben von ZERO wurden seit Anfang 2026 4.647 Flugbewegungen zwischen Mitternacht und 6:00 Uhr registriert, davon 1.165 im Zeitraum, in dem die Regierung ein künftiges Verbot angekündigt hatte. In den 35 analysierten Wochen wurde das wöchentliche Limit von 91 Bewegungen an 33 Tagen überschritten, und an 23 Nächten wurde auch das tägliche Maximum von 26 Bewegungen überschritten. In der Woche vom 17. bis 23. August wurden 187 Bewegungen registriert, 96 mehr als das festgelegte wöchentliche Limit.
Die Plattform, die auf Daten von Flightradar24 basiert, soll täglich Informationen über Ankünfte und Abflüge während der Nachtzeit bereitstellen. ZERO erkennt an, dass die Gesetzgebung Ausnahmen vorsieht, und bittet daher die Nationale Zivilluftfahrtbehörde zu klären, welche Flüge von gesetzlichen Ausnahmen erfasst werden und welche möglicherweise Verstöße darstellen könnten.
Die Vereinigung erinnert daran, dass die Regierung im März 2025 die Absicht bekundete, die Einschränkung zwischen 1:00 und 5:00 Uhr umzusetzen, aber 536 Tage später ist die Maßnahme noch immer nicht umgesetzt. ZERO fordert außerdem einen Zeitplan für die Umsetzung der Maßnahmen und kritisiert die Möglichkeit, die Kapazität des Flughafens von 38 auf 40 Bewegungen pro Stunde zu erhöhen, mit der Begründung, dass eine solche Entscheidung erst nach einer Umweltverträglichkeitsprüfung getroffen werden dürfe. Die ANAC und die Regierung haben noch nicht auf die Positionen von ZERO reagiert.




