Fachleute sind der Ansicht, dass das bloße Erhöhen von Strafen für mit dem illegalen Markt verbundene Verbrechen nur eine sehr begrenzte Wirkung hat. Während des Seminars „Illegaler Markt", in der vom Journalisten Fabio Graner von GLOBO moderierten Abschlussveranstaltung, lautete die Schlussfolgerung, dass die größte Hürde in Durchführungsfehlern und dem mangelnden Integrationsgrad zwischen den Regulierungsbehörden und der öffentlichen Sicherheit liegt.
Die nationale Justizsekretärin Maria Rosa Guimarães Loula verteidigte das kriminelle Vermögen als Hauptstrategie. Ihrer Ansicht nach sollte die „finanzielle Strangulierung" im Rahmen der internationalen Rechtskooperation prioritäres Ziel sein. Sie wies auf die zivilrechtliche Einziehungsmaßnahme als eine durch das Antibanden-Gesetz eingeführte Innovation hin, die die Rückgewinnung von Vermögenswerten von der strafrechtlichen Verurteilung entkoppelt.
Loula betonte die Grenzen isolierter Lösungsansätze und war der Ansicht, dass dies die gemeinsamen Anstrengungen der gesamten Gesellschaft erfordert. Sie wies darauf hin, dass nur durch koordinierte gesellschaftliche Kräfte die komplexen Probleme des illegalen Marktes wirksam bekämpft werden können.
Coaf-Präsident Ricardo Andrade Saadi erklärte die Bedeutung der Nachverfolgung von Vermögenswerten für das Verständnis der Funktionsweise krimineller Netzwerke. Diese Methode kann nicht nur den Strafverfolgungsbehörden helfen, illegale Erträge zurückzugewinnen, sondern auch die Geldströme und Betriebsmuster illegaler Aktivitäten aufdecken.




