Premierminister Luís Montenegro äußerte vor einem Publikum von Jugendlichen bei der Sommeruniversität des PSD den Wunsch nach einem „nationalen Konsens" bezüglich der Sozialreform, damit sich alle zur Umsetzung verpflichten, unabhängig von den Wahlergebnissen. Auch die Experten, die das System anderthalb Jahre lang analysiert haben, appellierten an einen breiten Konsens als Grundlage für jede Reform und betonten, dass die Sozialversicherung ein langfristiges Versprechen ist, das nicht in jedem Wahlzyklus aufgekündigt werden darf.
Allerdings halten die vom ECO befragten Politologen dieses Abkommen für unwahrscheinlich. Pedro Silveira, Professor an der Universität Nova de Lisboa, erklärt, ein Verständnis sei „mehr als unwahrscheinlich in dieser Legislaturperiode", während Patrícia Calca vom ISCTE auf die bestehende Polarisierung im Parlament als Hindernis hinweist. Paula Espírito Santo von der Universität Lissabon beobachtet, dass die Regierung zwar rhetorisch Dialogbereitschaft zeigt, die Umsetzung jedoch schwieriger ist. Die Expertin merkt weiter an, dass die Exekutive „zwischen Skylla und Charybdis" steht, denn eine Annäherung an Chega könnte die Wählerschaft verprellen und eine Annäherung an die PS könnte als Absicht interpretiert werden, das aktuelle System statt einer Reform aufrechtzuerhalten.
Die neue Arbeitsgruppe unter der Leitung von Jorge Bravo legte im August einen Bericht vor, der ein Defizit der Sozialversicherung von 1,9 Milliarden Euro bereits im Jahr 2025 aufzeigt. Die Experten empfehlen systemische Reformen wie fiktive Beitragskonten mit definierten Beiträgen und parametrische Reformen wie die Überarbeitung der Sanktionen bei vorzeitigem Renteneintritt. Allerdings kritisierte die PS die Studie und beschuldigte sie, ein Bild der Untragbarkeit zu erzeugen, um die




