Minister Alexandre de Moraes vom Obersten Gerichtshof (STF) nutzte einen Geheimdienstbericht der Bundespolizei als Grundlage, um "starke Hinweise" auf Straftaten seines Kollegen André Mendonça, ebenfalls vom STF, aufzuzeigen. Das Dokument der Behörde enthält jedoch eine Reihe von Vorbehalten gegenüber seinen eigenen Schlussfolgerungen, einschließlich Szenarioanalysen und Informationen, die mit einem Vertrauensgrad als "niedrig" oder "moderat" eingestuft wurden.
Ein in Moraes' Entscheidung angeführtes Beispiel bezieht sich auf eine angebliche Steuerung der Ermittlungen durch Mendonça, um den Senatspräsidenten Davi Alcolumbre (União Brasil-AP) zu treffen. In seiner Entscheidung betrachtete Moraes dieses Verhalten als Hinweis darauf, dass der Kollege unrechtmäßig gehandelt habe. Diese Information wurde jedoch vom Analytiker, der das PF-Dokument erstellt hatte, als Hypothese bezeichnet, mit einem niedrigen Vertrauensgrad.
Der Bericht enthält auch politische Anspielungen über die Führung des Senats und die Zusammensetzung des STF und enthält "intelligence"-Informationen, die als "ohne Beweiswert" beschrieben werden. Das PF-Dokument ist kein Ermittlungsbericht, sondern eine Szenarioanalyse über Mendonças Handeln, was Fragen zur Angemessenheit seiner Verwendung als Grundlage für Gerichtsentscheidungen aufwirft.




