Vor einem Jahr wurde in der DN-Ausgabe vom 29. August geschrieben, dass sich die Rentrée 2025-2026 als wenig vielversprechend abzeichnete, mit gelähmten multilateralen Institutionen, auf Show reduzierter Diplomatie, häufigen Verstößen gegen internationale Normen und verlängerten Konflikten, alles im Rahmen einer bedrohten, zögernden und gespaltenen Europäischen Union. Die folgenden 12 Monate bestätigten diese Diagnose.
Die diesjährige Rentrée ist noch herausfordernder. Europa sucht einen Platz am Tisch, aber nicht an einem beliebigen Tisch — es braucht einen, der sein tatsächliches Gewicht in der Weltwirtschaft, in der Geopolitik und bei der Lösung globaler Krisen widerspiegelt. Der Mangel an Einheit unter den Mitgliedstaaten hat die Fähigkeit des europäischen Einflusses in internationalen Foren erschwert.
Der Artikel befasst sich mit der Notwendigkeit für Europa, seine Position auf der Weltbühne neu zu definieren, angesichts der jüngsten geopolitischen Veränderungen und der Schwächung traditioneller multilateraler Strukturen. Die Suche nach einem neuen Platz am Tisch erfordert auch eine Reflexion darüber, welche Art von Führung die EU auszuüben bereit ist.




