Minister Alexandre de Moraes vom Obersten Gerichtshof (STF) ersuchte die Bundespolizei um Berichte, die seinen Kollegen André Mendonça belasten – am selben Tag, an dem dieser als Berichterstatter der Operation Compliance Zero ein Dokument öffentlich machte, das die Beziehung zwischen dem ehemaligen Bankier Daniel Vorcaro und dem Berichterstatter der Fake-News-Untersuchung offenlegte. Die Entscheidung wurde am 1. September getroffen, gemäß einer Verfügung, mit der Moraes die Dokumente an Minister Fachin weiterleitete.
Die Berichte der Bundespolizei deuten darauf hin, dass Mendonça mutmaßlich Handlungen begangen hat, die als Verwaltungsungehorsam, Verantwortungsverbrechen und Amtsmissbrauch eingestuft werden. Der Verfügung zufolge gab es eine "Beeinträchtigung der richterlichen Unparteilichkeit und Begünstigung bestimmter politischer Gruppen".
Moraes erklärte, dass Meldungen über Geheimdienstberichte in den Systemen der Bundespolizei vorlagen, die mögliche kriminelle Handlungen betrafen. Die Ermittlungen deuten auf Versuche hin, die Beweisaufnahme zu manipulieren, um STF-Minister fälschlicherweise einer Straftat zu beschuldigen.
Die Entscheidung stellt ein neues Kapitel im internen Konflikt zwischen den Ministern des Gerichts dar, mit Auswirkungen auf die richterliche Unabhängigkeit und das Funktionieren der Ermittlungen gegen Mitglieder des Gerichts selbst.




