Der amtierende Innenminister Luís Neves ist Ziel mehrerer Gerichts- und politischer Verfahren im Zusammenhang mit seiner Zeit als Leiter der Policia Judiciária (PJ) zwischen 2018 und 2026. Es gibt drei laufende Strafverfahren: zwei bei der DIAP in Lissabon – eines über einen bei der Operation Pacoba sichergestellten Anhänger, der in den Räumlichkeiten der Construbarcelos landete, einem Unternehmen des Unternehmers João Carvalho, ein Freund von Luís Neves, und ein weiteres über die Nutzung eines beim Dealer „Xuxas" sichergestellten Fahrzeugs, das im Rahmen eines Leihvertrags überlassen wurde – und ein Verfahren bei der DIAP in Évora über die Arbeiten an Luís Neves' Landgut im Alentejo in São Teotónio, Odemira, die von demselben Unternehmer ausgeführt wurden, der Verträge mit der PJ hatte.
Neben den Strafverfahren gibt es zwei Verfahren nicht-strafrechtlicher Natur: eines beim Verwaltungsgericht Beja zu verwaltungsrechtlichen Fragen bezüglich der Arbeiten auf dem Landgut und ein weiteres beim Rechnungshof zu Unregelmäßigkeiten bei der finanziellen Verwaltung der PJ im Jahr 2023. Die Europäische Staatsanwaltschaft hat ebenfalls eine präventive Untersuchung zu den 17 Verträgen eingeleitet, die zwischen 2019 und 2025 zwischen der PJ und der Construbarcelos geschlossen wurden, im Gesamtwert von rund 2,2 Millionen Euro, teilweise finanziert durch europäische Mittel.
Der Generalstaatsanwalt, Amadeu Guerra, bestätigte, dass die beiden als „dringend" eingestuften Verfahren während der Gerichtsferien fortgesetzt wurden, ohne sich auf Fristen für deren Abschluss festzulegen. Die Justizministerin, Rita Alarcão Júdice, ordnete zudem eine Prüfung der Generalinspektion für Justizdienstleistungen bei der PJ an, die den Zeitraum der Amtszeit von Luís Neves abdeckt.
Auf politischer Ebene hat Chega einen Misstrauensantrag gegen die Regierung eingereicht, der für den 8. September angesetzt ist und Luís Neves direkt in den Mittelpunkt der Debatte stellt. Die Partei beantragte auch einen parlamentarischen Untersuchungsausschuss zu den Jahren von Luís Neves an der Spitze der PJ, obwohl der Präsident der Volksversammlung, José Pedro Aguiar-Branco, Zweifel an der Zulässigkeit des Antrags geäußert hat. Der Premierminister, Luís Montenegro, vertritt die Position, dass die




