Die Müdigkeit des Volkes | Von José Figueiredo Santos
Der Autor wacht auf und überprüft in den sozialen Netzwerken den Zustand des Landes, wobei er eine Müdigkeit vorfindet, die er als alt und tief beschreibt, angesiedelt in der Brust, wo früher die Hoffnung lebte. Dies ist keine körperliche Müdigkeit, sondern eine akkumulierte Erschöpfung durch die Enttäuschung über die Politik und die nicht eingehaltenen Versprechen.
Figueiredo Santos beschreibt, wie man dem Volk über Jahre hinweg sagte, der Staat gehöre ihm, und das Volk glaubte es. Doch als es auf den Staat und dann auf sich selbst blickte, erkannte es, dass es das „Wir" war, das außen vor blieb. Der Autor kritisiert einen Teufelskreis: Versprechen werden von Kommissionen begleitet, die sie untersuchen sollen, Arbeitsgruppen und Berichte entstehen, Orte, an denen Probleme nach gründlicher „Fütterung" sterben. Er stellt einen scharfen Kontrast zwischen der häuslichen Wirtschaftsführung, wo man nachforscht, wofür das Geld ausgegeben wurde, und der Staatsverwaltung her, wo man Studien anstelle von Antworten erstellt.
Der Artikel behandelt auch die moderne politische Sprache, die voller Wörter wie Transparenz, Nachhaltigkeit und Inklusion steckt, die der Autor als schön, aber unfähig betrachtet, in das Leben der Menschen einzudringen. Er kritisiert, dass man viel über das Volk und für das Volk spricht, aber selten mit dem Volk, und dass whoever Fragen stellt, schnell als Populist abgestempelt wird. Die gefährlichste Frage ist laut ihm „wer hat profitiert?", denn sie bringt Erinnerung mit sich, und diese ist den Regierungen unangenehm.
Der Autor schließt mit der Überlegung, dass das eigentliche Problem vielleicht nicht der Verlust des Glaubens an die Demokratie ist, sondern die Distanz zwischen denen, die befehlen, und denen, die gehorchen. Er schlägt ironisch die Schaffung




