Uber-Fahrer in der Europäischen Union und im Vereinigten Königreich haben in Amsterdam eine Sammelklage gegen das Unternehmen eingereicht, wobei sie Verstöße gegen den Datenschutz und die Behauptung geltend machen, dass das dynamische Vergütungssystem ihre Einkommen senkt. Die Klage wurde von der Organisation Worker Info Exchange (WIE) International eingereicht und vertritt die Interessen mehrerer Tausend Fahrer im Vereinigten Königreich, in den Niederlanden, Belgien, Deutschland, Frankreich, Polen und Rumänien. Es ist die erste Sammelklage dieser Art, so die Europäische Gewerkschaftskonföderation.
Die WIE International behauptet, dass Uber seit 2020 begonnen hat, Änderungen an seinen Systemen vorzunehmen, um die Vergütung der Fahrer dynamisch zu gestalten, wodurch die Datenschutz-Grundverordnung verletzt wird, da Entscheidungen ohne menschliches Eingreifen durch automatisierte Prozesse getroffen werden. Die Organisation behauptet weiterhin, dass Uber die personenbezogenen Daten der Fahrer unrechtmäßig für Zwecke des maschinellen Lernens verwendet.
Wirtschaftsexperten der Beratungsfirma Oxera schätzen, dass 48% der Fahrer in den Niederlanden eine Verringerung ihres Stundenlohns um durchschnittlich 7.508 Euro pro Jahr erfahren haben. Im Vereinigten Königreich haben 66,7% der Fahrer eine durchschnittliche Einkommensreduzierung von 5.337 Pfund pro Jahr erlitten. Ein Uber-Sprecher wies die Anschuldigungen "kategorisch" zurück und versicherte, dass die Fahrer frei sind, Fahrten anzunehmen oder abzulehnen.
Die niederländische Datenschutzbehörde verhängte im August gegen Uber ein Bußgeld von 824,99 Millionen Euro, weil das Unternehmen Fahrerkonten automatisiert deaktiviert hatte, ohne sie ordnungsgemäß zu informieren. Am Mittwoch kündigte das Unternehmen außerdem an, die Zahl der weltweiten Mitarbeiter um 10% zu reduzieren, was den Abgang von etwa 3.300 Fachkräften zur Folge haben wird.




