Der Kommandant des Metropolitanen Kommandos Lissabon der PSP, Oberinspektor Luís Elias, forderte mehr Investitionen in die Unterstützung von Drogenabhängigen und vertrat die Ansicht, dass der Kampf gegen Drogenhandel und -konsum nicht nur eine polizeiliche Angelegenheit ist, sondern auch eine Frage der Gesundheit und der sozialen Sicherheit. In einem Interview mit der Nachrichtenagentur Lua warnte Luís Elias, dass der Drogenhandel und -konsum wieder im Mittelpunkt der Kriminalität in Portugal steht, was stark mit dem Kokainkonsum zusammenhängt, neben der Zunahme von synthetischen Drogen und Crack.
Seiner Meinung nach hat sich der Kokainkonsum „demokratisiert" und ist keine Droge der Oberschicht mehr, sondern wird nun von verschiedenen sozialen Schichten konsumiert, aufgrund des gesunkenen Preises und des erhöhten Angebots. Der Konsum ist an bestimmten Orten in Lissabon konzentriert, und der Straßenkonsum hat Auswirkungen auf das Unsicherheitsgefühl der Menschen.
Luís Elias erinnerte daran, dass der Konsum seit 2000 als Problem der öffentlichen Gesundheit gilt, und sprach sich für die Notwendigkeit aus, in Straßenteams, Substitutionsprogramme und betreute Nachsorge zu investieren. Der Kommandant betonte, dass der Anstieg des öffentlichen Konsums genau auf den Mangel an gesundheitlicher Versorgung zurückzuführen ist.
Der Oberinspektor erklärte, dass die PSP Drogenabhängige nicht einfach von der Straße vertreiben kann, da dies die Begehung von Straftaten durch die Beamten beinhalten könnte. Er warnte auch, dass Hunderte von Drogenabhängigen in Lissabon obdachlos sind und eine soziale Unterstützung benötigen, und betonte, dass es Sache des Gesundheitssystems und der sozialen Sicherheit ist, diese Fälle zu behandeln, und es nicht die Aufgabe der PSP ist, das Problem der Bettelei und der Drogenabhängigkeit zu lösen.




