Die Umweltschutzvereinigung Quercus hat die Entscheidung der Regierung kritisiert, den Bau einer Müllverbrennungsanlage im Algarve voranzutreiben, und ist der Ansicht, dass es sich um eine veraltete Lösung handelt, die nicht an die starken saisonalen Schwankungen bei der Abfallproduktion in der Region angepasst ist. Diese Position kommt, nachdem die Ministerin für Umwelt und Energie, Maria da Graça Carvalho, am 8. August den Bau einer Energieverwertungsanlage für Abfall im Algarve angekündigt hatte, die darauf ausgerichtet ist, das absehbare Erschöpfen der beiden Mülldeponien der Region innerhalb von zwei Jahren zu bewältigen.
Quercus vertritt die Ansicht, dass die auf Verbrennung basierende Energieverwertungsanlage den Prinzipien der Kreislaufwirtschaft und den Zielen des PERSU 2030 zuwiderläuft, und warnt vor den Emissionen von Schadstoffen durch die Abfallverbrennung, die nach Ansicht des Vereins höher sind als die im Zusammenhang mit fossilen Brennstoffen. Die Vereinigung ist der Meinung, dass die Investition von 300 Millionen Euro in eine Verbrennungsanlage im Widerspruch zu den nationalen Zielen zur Reduzierung und Wiederverwertung von Abfall steht.
Der Algarve produziert derzeit 400.000 Tonnen Abfall pro Jahr, wobei 85 % auf Mülldeponien landen, die bereits 2027 erschöpft sein könnten. Quercus argumentiert, dass die starke Bedeutung des Tourismussektors sich in der Abfallproduktion widerspiegelt und die ordnungsgemäße Verarbeitung in der Hochsaison erschwert, was zu struktureller Instabilität in diesem Sektor führt. Der Verein vertritt die Ansicht, dass die Verbrennung nicht für saisonale Spitzenzeiten konzipiert ist und die Region stattdessen die Sortier- und Verarbeitungskapazität in den kritischen Monaten ausbauen sollte.
Quercus hat die Regierung aufgefordert, die Studien zu veröffentlichen, die dieser Entscheidung zugrunde liegen, und hat der Regierung mangelnden politischen Willen vorgeworfen, weniger umweltschädliche Alternativen in Betracht zu ziehen. Zu den vorgeschlagenen Maßnahmen gehören eine hocheffiziente Haustür-Haussammlung, die Einführung eines Pay-As-You-Throw-Besteuerungssystems, der Ausbau der Kapazität bestehender mechanisch-biologischer Behandlungsanlagen sowie die Förderung kommunaler Kompostierungsprojekte für Gemeinschafts- und Hauskompostierung.




