Ein Team des Zentrums für Neurowissenschaften und Zellbiologie der Universität Coimbra (CNC-UC) und des GeneT – Zentrums für Exzellenz in Gentherapie – hat einen neuen therapeutischen Ansatz für die Machado-Joseph-Krankheit entwickelt, eine genetische und erbliche neurodegenerative Erkrankung, die auch als spinozerebelläre Ataxie Typ 3 bekannt ist. Diese Krankheit verursacht eine fortschreitende Verschlechterung der motorischen Funktionen, die Bewegungen, Sprache, Schlucken und Feinmotorik beeinträchtigt, ohne die kognitiven und intellektuellen Fähigkeiten zu beeinträchtigen. In Portugal weist die Krankheit eine höhere Prävalenz in den Azoren auf, insbesondere auf der Insel Flores, wo sie zwischen einem von 140 und einem von 239 Erwachsenen betreffen kann, sowie in der Zentralregion.
Die Forscher nutzten extrazelluläre Vesikel, kleine von Zellen freigesetzte Partikel, um Werkzeuge zur Genbearbeitung zu den Neuronen zu transportieren. In diesen Vesikeln verkapselten sie das CRISPR-Cas9-System und konnten thereby das mutierte ATXN3-Gen inaktivieren, das mit der Entwicklung der Krankheit assoziiert ist. Der Ansatz basiert auf Gentherapie, einer Behandlungsform, die auf der Bearbeitung von DNA basiert und Möglichkeiten zur Heilung von unheilbaren seltenen genetischen Erkrankungen eröffnet.
Der Forscher des CNC-UC und Erstautor des Artikels, Kevin Leandro, erklärte, dass das Ziel darin bestand zu verstehen, ob es möglich wäre, extrazelluläre Vesikel zu verwenden, um eine transiente Exposition gegenüber der Genbearbeitungsmaschinerie zu haben und unerwünschte Bearbeitungen zu minimieren. Extrazelluläre Vesikel überwinden einige Einschränkungen konventioneller viraler Vektoren, gewährleisten eine geringere Immunreaktion, eine höhere Verkapselungskapazität und eine transiente Expression der Genbearbeitungswerkzeuge.
Die Wissenschaftler entwickelten auch ein lichtgesteuertes Freisetzungssystem unter Verwendung eines photoklavierbaren Proteins, um die Effizienz der Genbearbeitung zu erhöhen. Dieser Vorschlag könnte zu neuen therapeutischen Strategien für die Machado-Joseph-Krankheit beitragen.




