Seit Beginn des Jahres wurden neun Masernfälle in Portugal bestätigt. Der Virologe Pedro Simas, Direktor des biomedizinischen Forschungszentrums und Dozent an der Medizinischen Fakultät der Katholischen Universität Portugals, ist der Meinung, dass diese Zahlen als Signal für verstärkte Wachsamkeit und nicht als Hinweis auf einen weitverbreiteten Ausbruch betrachtet werden sollten. Er betont, dass die Situation weit davon entfernt ist, einen Kontrollverlust in einem Land mit hohen Impfquoten darzustellen.
Masern werden von der wissenschaftlichen Gemeinschaft als eine der Infektionskrankheiten mit der höchsten Übertragungsfähigkeit eingestuft. Die Infektion äußert sich durch hohes Fieber, Husten, Bindehautrötung und kleine weiße Flecken im Mund, die sich zu charakteristischen Hautflecken entwickeln, die sich vom Gesicht ausbreiten. Die Übertragung erfolgt über die Luft durch respiratorische Tröpfchen, und die Krankheit kann schwerwiegende Komplikationen wie bakterielle Lungenentzündungen, Gehirnentzündungen und in bestimmten Fällen tödlich verlaufen.
Zu den gefährdetsten Gruppen gehören Säuglinge unter einem Jahr, schwangere Frauen, immungeschwächte Personen und ungeimpfte Personen. Pedro Simas betont, dass der Hauptrisikofaktor nach wie vor das Fehlen einer Impfung ist, da vollständig geimpfte Personen von einem sehr hohen Schutz profitieren.
Die Hauptpräventionsmethode ist der VASPR-Impfstoff, der in Portugal im Rahmen des Nationalen Impfprogramms kostenlos verabreicht wird, mit einer Wirksamkeit von nahezu 97% nach zwei Dosen. Die Experten warnen, dass eine Impfquote von über 95% erforderlich ist, um diejenigen zu schützen, die nicht geimpft werden können. Die neun registrierten Fälle sind überwiegend mit ungeimpften Personen oder aus dem Ausland importierten Infektionen verbunden.




