Die asiatischen Märkte eröffneten am Donnerstag vorsichtig in einer Sitzung, die von der Erwartung wichtiger makroökonomischer Daten aus den Vereinigten Staaten und Europa geprägt war. Der Fokus der Anleger ist auf den offiziellen US-Arbeitsmarktbericht gerichtet, der am Freitag veröffentlicht werden soll, nachdem die Daten vom Mittwoch eine Verlangsamung der Arbeitsplatzschaffung im privaten Sektor im August gezeigt hatten. Fünf US-Indikatoren werden heute bekannt gegeben, darunter die Handelsbilanz für Juli, die wöchentlichen Anträge auf Arbeitslosenunterstützung, die Revision der Produktivität für das zweite Quartal, der S&P Global Services PMI und der ISM Services PMI für August. Der Gouverneur der Federal Reserve, Christopher Waller, spricht bei einer Veranstaltung, wobei die Märkte bereits eine Zinserhöhung bei der Sitzung am 15. und 16. September einpreisen.
Der Druck auf die Staatsverschuldung hat sich von den USA nach Europa verlagert, wobei die Anleihen Deutschlands und Frankreichs Höchststände von 2011 erreichten. Die Erdgaspreise nähern sich 73 Euro pro MWh, dem höchsten Stand seit 2023, getrieben durch den Konflikt im Nahen Osten. Die Europäische Zentralbank tagt am 10. September, wobei die Märkte eine Wahrscheinlichkeit von 80 Prozent für eine Anhebung um 25 Basispunkte beim Einlagezinssatz einpreisen, von den derzeitigen 2,25 Prozent auf 2,50 Prozent. Die jährliche Inflation in der Eurozone stieg im August auf 3,3 Prozent, während die zugrundeliegende Inflation auf 2,4 Prozent zurückging und damit weiterhin über dem 2-Prozent-Ziel der EZB lag. Christine Lagarde hat vor den Risiken von Zweitrundeneffekten gewarnt, wenn Unternehmen und Arbeitnehmer sich in inflationären Zyklen gegenseitig unter Druck setzen.
Das Rohöl wird weiterhin auf hohem Niveau gehandelt, wobei Brent um die 94-95 Dollar pro Barrel pendelt und WTI bei etwa 89-91 Dollar, mit einem Anstieg von mehr als 13 Prozent im letzten Monat und mehr als 42 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Straße von Hormus stellt eine wachsende Besorgnis dar: 17 Millionen Barrel Öl passierten dort am Montag, das höchste Volumen seit Beginn des Krieges, aber nur 4 Commoditieschiffe fuhren am Dienstag durch, gegenüber 10 am Vortag, was wachsende Risiken für die Versorgung signalisiert. Die Anleger warten auch auf den wöchentlichen EIA-Rohölbestandsbericht, dessen Veröffentlichung für morgen erwartet wird.




