Der amerikanische Automobilriese Ford versucht, fast vier Jahrzehnte nach der Aufgabe dieser Aktivität im Jahr 1990, als er seine Luft- und Raumfahrtsparte verkaufte, in das europäische Verteidigungsgeschäft zurückzukehren. Das Unternehmen will das Rennen um die Ersetzung der leichten Fahrzeuge der britischen Armee nutzen, um den Verkauf seines Pickups Ranger an andere NATO-Länder auszuweiten.
Der amerikanische Hersteller ist in das Rennen um das Programm Light Mobility Vehicle (LMV) des britischen Verteidigungsministeriums eingestiegen, ein Vertrag im Wert von rund 2 Milliarden Pfund (ca. 2,3 Milliarden Euro), der darauf abzielt, die aktuellen Flotten der Fahrzeuge Land Rover und Pinzgauer zu ersetzen. Für diesen Wettbewerb hat sich Ford mit dem amerikanischen Unternehmen General Dynamics Land Systems und der britischen Ingenieurgruppe Ricardo zusammengeschlossen, wobei General Dynamics für die Führung des Konsortiums verantwortlich ist.
Die Ambitionen des Unternehmens gehen über den britischen Vertrag hinaus. Der Präsident von Ford in Europa, Jim Baumbick, erklärte gegenüber der Financial Times, dass es "eine große Chance" für die NATO gebe, Militärfahrzeuge mit gemeinsamen Komponenten zwischen den Verbündeten zu entwickeln, was es den Ländern ermöglichen würde, Komponenten zu teilen und Logistik, Wartung und Krisenreaktion zu vereinfachen.
Ford beabsichtigt auch, sein Aftersales-Servicenetzwerk und die zugehörigen Lieferketten nach Großbritannien zu bringen, wobei der Motor des neuen Fahrzeugs im Werk Dagenham hergestellt werden soll, das während des Zweiten Weltkriegs Motoren und Militärfahrzeuge herstellte. Das Unternehmen arbeitet weiterhin mit der US-Regierung zusammen und bewirbt sich auch darum, der US-Armee neue taktische Fahrzeuge auf Basis seiner Pickups Super Duty zu liefern.




