Der französische Versicherer Prévoir Vie hat beschlossen, seinen Betrieb in Polen an die Gruppe Saltus Ubezpieczenia zu verkaufen. Dieser Schritt ist Teil einer strategischen Überprüfung der internationalen Präsenz der Gruppe, wie Edouard Bidou, Generaldirektor des Versicherers, in einem Interview mit der Website News Assurance Pro erklärte. Die Transaktion, die noch behördlichen Genehmigungen unterliegt, soll bis Ende dieses Jahres abgeschlossen werden und umfasst die Übertragung der polnischen Niederlassung und aller ihrer Arbeitnehmer auf den Käufer.
Prévoir ist seit etwa zwei Jahrzehnten in Polen tätig, doch das Geschäft stand vor zunehmenden Schwierigkeiten. Das polnische Geschäft verfügt derzeit über rund 60.000 Verträge und 7 Millionen Euro an Prämien, hauptsächlich aus Produkten der individuellen Absicherung und Kreditversicherungen. Im Jahr 2025 erzielte es ein negatives Ergebnis von 800.000 Euro in einem Markt, der immer stärker konzentriert ist und erhebliche Investitionen erfordert, um das kommerzielle Wachstum aufrechtzuerhalten.
Die kaufende Gruppe Saltus ist ein lokaler Betreiber mit rund einer Million Versicherten und 400 Mitarbeitern, der seine Präsenz im polnischen Markt bereits 2020 verstärkt hatte, als er die polnische Tochtergesellschaft der französischen Macif übernahm.
Der Ausstieg aus Polen bedeutet nicht einen Rückzug von Prévoir aus den internationalen Märkten. Der Versicherer behält sein Geschäft in Portugal bei, das fünfmal größer als das polnische ist, mit einem jährlichen Prämienvolumen von 37,8 Millionen Euro. Prévoir ist auch in Vietnam über ein Unternehmen präsent, das zu gleichen Teilen mit der südkoreanischen Finanzgruppe Mirae Asset gehalten wird. Portugal und Polen repräsentieren derzeit rund 7,5 % des Geschäftsvolumens von Prévoir Vie, und die Geschäftsführung betont, dass es keine Pläne gibt, andere Niederlassungen zu schließen oder neue geografische Gebiete zu erschließen.




