Der Präsident des Europäischen Rates, António Costa, warnte Russland in Luxemburg, dass „dies nicht der Moment ist, den Krieg in der Ukraine zu eskalieren" noch die Aggression auf andere Länder auszuweiten, nachdem Deutschland Moskau für den Drohnenangriff auf den Flughafen Leipzig verantwortlich gemacht hatte. Costa vertrat die Ansicht, dass es „Zeit ist, den Krieg gegen die Ukraine zu beenden" und dass der Krieg „nicht der Weg zum Frieden" ist, und betonte, dass der Konflikt bereits länger dauert als der Erste Weltkrieg. Der ehemalige portugiesische Ministerpräsident erklärte, dass die EU die Ukraine „ungeachtet der Drohungen, die Russland gegen die Mitgliedstaaten aussprechen könnte" weiter unterstützen wird.
Die deutsche Regierung kündigte an, dass die Untersuchung auf die russischen Geheimdienste bei dem versuchten Angriff auf den Flughafen Leipzig/Halle am 4. August hinweist, als eine mit Sprengstoff beladene Drohne im Frachtbereich gefunden wurde und eine zweite Drohne ein Flugzeug der DHL traf. Zehn Tage später wurde eine dritte Drohne in einem Feld in der Nähe des Flughafens gefunden. Berlin betrachtete den Vorfall als Teil einer Kampagne hybrider Kriegsführung und kündigte Maßnahmen gegen Russland an, darunter die Schließung des russischen Konsulats in Bonn und des russischen Kulturzentrums in der deutschen Hauptstadt.
Die EU bereitet auch neue Reaktionen vor. Die Leiterin der europäischen Diplomatie, Kaja Kallas, beschrieb den gescheiterten Angriff als „von einem Staat gesponserten Terrorismus" und bestellte den russischen Botschafter in Brüssel ein, während mehrere Mitgliedstaaten ähnliche Vorladungen vornahmen. Portugal wird ebenfalls den russischen Botschafter einbestellen, wobei der Außenminister vorwegnahm, dass die Reaktion der EU auf den Vorfall „sehr stark" sein wird.
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