In allen portugiesischen Regionen wird heute wesentlich weniger Wohnraum gebaut als zur Jahrhundertwende. Allerdings ist das Bautempo nicht im gesamten Landesgebiet gleichmäßig, da es erhebliche Unterschiede zwischen Regionen und Gemeinden gibt. In den letzten zwei Jahren, 2024 und 2025, führte der Norden mit 939 genehmigten Wohnungen pro 100.000 Einwohner an, fast dem Doppelten von Groß-Lissabon (496). Madeira (786) und die Algarve (710) wiesen ebenfalls hohe Werte auf, während das Zentrum (691) und der Westen und das Tejo-Tal (686) eine mittlere Position einnahmen. Das Alentejo (415) und die Setúbal-Halbinsel (518) wiesen die niedrigsten Werte auf.
Diese Realität ist besonders relevant in einem Kontext stark steigender Wohnungspreise. Der Bau neuer Wohnungen ist eine der Hauptmethoden zur Erweiterung des verfügbaren Angebots, aber seine räumliche Verteilung bestimmt, in welchen Märkten dieses Angebot ausreichend erhöht wird. Mehr Bau im gesamten Land zu betreiben bedeutet nicht notwendigerweise, das Angebot in den Gemeinden ausreichend zu erhöhen, in denen die Nachfrage am höchsten ist.
Die Unterschiede werden auf Gemeindeebene noch ausgeprägter. Der Bau ist im Allgemeinen im Inland geringer, aber diese Gebiete weisen auch eine geringere Nachfrage nach Wohnraum auf. Das Szenario ist anders in Zonen mit höherer Nachfrage und höherem Druck auf das Wohnungsangebot, insbesondere in vielen Gemeinden von Groß-Lissabon und der Algarve, die Bauniveaus aufweisen, die im Verhältnis zur bestehenden Nachfrage relativ niedrig sind, was zu höheren Preisen beiträgt.
Die Daten zeigen eine doppelte Realität: Portugal baut heute wesentlich weniger Wohnraum als vor zwei Jahrzehnten, aber innerhalb dieses insgesamt niedrigen Niveaus gibt es erhebliche Unterschiede in der Baukraft zwischen Regionen und Gemeinden.




