Der Klimawandel und der zunehmende Druck auf Wasserressourcen erfordern immer zuverlässigere Wasser- und Abwasserdienste und stellen beispiellose Herausforderungen an Versorgungssysteme. Technologische Innovation ist wesentlich, reicht aber nicht aus, wenn sie nicht von einer integrierten Bewirtschaftungsvision begleitet wird. In den letzten Jahrzehnten hat der Wassersektor technisches Wissen, operative Erfahrung und Innovationkapazität angesammelt, mit bereits demonstrierten Methoden, Management-Referenzrahmen und Best Practices.
Der Indikator für nicht abgerechnetes Wasser veranschaulicht diese Realität deutlich. Laut dem jährlichen Servicequalitätsbericht der ERSAR (RASARP 2025) gibt es in Portugal Bewirtschaftungsorganisationen mit exzellenten Leistungsniveaus, aber der nationale Durchschnitt von nicht abgerechnetem Wasser beträgt 26,5%, mit Unterschieden zwischen weniger als 10% und mehr als 70%. Diese Diskrepanz offenbart einen Sektor, der mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten evolviert, obwohl Wissen, Methoden und Technologie weitgehend verfügbar sind.
Die zentrale Frage, die der Artikel aufwirft, ist, warum es weiterhin schwierig bleibt, Wissen in konsistente Ergebnisse umzuwandeln. Die Antwort erfordert eine Reflexion über die Bewirtschaftungsmodelle, Kompetenzen, Umsetzungsfähigkeit und Mechanismen zur Wissensweitergabe. Wassersysteme sind komplexe Organismen, die Tausende physischer Anlagen, multidisziplinäre Teams, operative Prozesse, Informationssysteme und Finanzierungsmechanismen integrieren, deren Zuverlässigkeit vom koordinierten Funktionieren all dieser Elemente abhängt.
Der Artikel vertritt, dass der Sektor einen „Reset" in der Art und Weise benötigt, wie er die Wasserbewirtschaftung betrachtet, nicht um bei Null anzufangen, sondern um das bereits Gelernte zu valorisieren und bestehende Best Practices zu nutzen. Die Resilienz der Systeme wird nicht während einer Krise erreicht, sondern im Voraus durch die täglich getroffenen Entscheidungen aufgebaut.




