Das letzte Programmkino der Linha de Cascais, das Atlântida Cine in Carcavelos, schloss im Mai 2024 und öffnete nie wieder. Im Dezember desselben Jahres bestätigte der Eigentümer Alexandre Semedo, dass der Raum zum Verkauf stand. Der Stadtrat von Cascais stimmte am 16. Juni in einer Sitzung des Stadtexekutivs einstimmig dem Kauf der Immobilie für 600.000 Euro zu, einschließlich aller Möbel und Projektionsgeräte. Die Beurkundung steht noch aus, da die Familie Semedo noch Dokumentationsfragen klären muss.
Es gab Bedenken, dass der Raum in einen Mehrzweck-Auditoriumssaal umgewandelt werden könnte, anstatt seine Kinofunktion beizubehalten. Der unabhängige Filmverleih Cinetoscópio und eine Gemeinschaft von Fans des Atlântida Cine unterzeichneten einen Offenen Brief an den Bürgermeister, Nuno Piteira Lopes, in dem sie vor diesem Risiko warnten und argumentierten, dass ein Raum, in dem gelegentlich ein Film gezeigt wird, nicht mit einem Kinosaal mit regelmäßigem Programm gleichzusetzen ist. Die Stadtverwaltung stellte klar, dass „es falsch ist, dass es eine Entscheidung oder Absicht gibt, den Raum in einen Saal umzuwandeln, in dem gelegentlich ein Film gezeigt wird", und versicherte, dass das Kino weiterhin die zentrale Funktion sein wird.
Die Cinetoscópio hatte ein Angebot von 200.000 Euro vorgelegt, um den Betrieb zu übernehmen, in die Modernisierung zu investieren und im September 2024 wieder zu eröffnen, aber der Prozess wurde unterbrochen, als die Stadtverwaltung Interesse am Kauf bekundete. Die Familie Semedo legte das Angebot auf Eis und wartet auf den Abschluss des Verkaufs an die Stadtverwaltung. Die Stadtverwaltung gibt an, dass das Betriebs- und Verwaltungsmodell noch nicht definiert ist und dass sie mehrere Interessenbekundungen von Kulturakteuren erhalten hat.
Das Atlântida Cine war 41 Jahre lang, von 1963 bis 2024, im Untergeschoss des Einkaufszentrums von Carcavelos, neben dem Bahnhof, in Betrieb. Sein Überleben war dem Gründer Fausto Semedo zu verdanken, der aus Mosambik kam, um das Kino zu eröffnen, und es Anfang der 1990er Jahre mit einem zweiten Saal erweiterte. Nach dem Tod von Fausto Anfang 2025 beschloss die Familie zu verkaufen. Die letzten gezeigten Filme waren „A Natureza do Amor" und „Ainda Temos o Amanhã". Parallel dazu entstand das informelle Projekt „Cinema No Bairro", das monatliche Vorführungen in Zusammenarbeit mit der Residents' Association des Bairro das Caixas organisiert und bei der letzten Vorführung etwa 100 Personen anzog.




