Wenige Tage vor Beginn des Schuljahres sind im ganzen Land Tausende von Lehrstellen unbesetzt, wobei der Bezirk Faro zu den am stärksten betroffenen Gebieten gehört. Die Nationale Lehrergewerkschaft (Fenprof) teilte mit, dass es 2.650 schulische Stellenangebote gibt, die mehr als 50.000 Stunden entsprechen, davon 2.152 vollständige und ganzjährige Stellen. José Feliciano Costa, einer der Generalsekretäre der Fenprof, warnte, dass wenn das Schuljahr jetzt beginnen würde, Tausende von Schülern ihre Lehrer nicht hätten.
Lissabon ist der Bereich mit den meisten unbesetzten Stellen, mit 1.426, gefolgt von Setúbal und Faro. Der Gewerkschaftsführer betonte jedoch, dass es sich nicht um ein lokales Problem handelt, sondern um eine Situation, die das ganze Land betrifft. Insbesondere gibt es 378 unbesetzte vollständige Stellen für die Primarstufe, mit Schwerpunkt auf Schulverbänden in der Peripherie von Lissabon, wie Queluz (Sintra), Amadora, Loures und Agualva (Sintra).
Der Anstieg um 30% bei den schulischen Stellenangeboten zeigt, dass die Bildungseinrichtungen weiterhin Schwierigkeiten haben, Lehrer zu finden. Die Fenprof warnte, dass der zunehmende Rückgriff auf schulische Einstellungen und Überstunden das Problem nicht löst, sondern nur die Arbeitsbedingungen der bereits vorhandenen Fachkräfte verschlechtert.
Die Gewerkschaftsföderation forderte auch Aufmerksamkeit für die Erneuerung des Lehrkörpers und wies darauf hin, dass sich im September mehr als 550 Lehrer zur Ruhe setzen werden, ohne dass es eine Antwort auf diese Abgänge gibt. José Feliciano Costa warf der Regierung vor, keine Maßnahmen zu haben, um den Eintritt junger Menschen in den Beruf zu fördern.
