Der Bankier Daniel Vorcaro von der Banco Master schickte eine Nachricht an Minister Alexandre de Moraes vom Obersten Gerichtshof (STF), in der er fragte, ob er das Land verlassen müsse. Die Nachricht wurde am 15. November 2025 geschickt, zwei Tage bevor Vorcaro zum ersten Mal wegen des Verdachts auf Betrug bei der Bank verhaftet wurde. Die Information wurde von der Zeitung „O Estado de S. Paulo" veröffentlicht.
In der von der Bundespolizei wiederhergestellten Nachricht schrieb Vorcaro: „Glaubst du, dass ich am Montag schon weg sein muss?". Am selben Tag schickte er weitere Fragen an den Minister, darunter: „Derselbe Richter Ricardo? Und weiß Galípolo Bescheid? Können wir etwas tun?". Die Antworten von Moraes wurden von der Zeitung nicht veröffentlicht.
Am nächsten Tag, dem 16. November, wandte sich Vorcaro erneut an Moraes und fragte, ob es eine Chance gäbe, dass am nächsten Morgen etwas passieren würde. Der Bankier schickte auch Nachrichten wie „Was für ein Wahnsinn, genau in der Woche, in der ich alles regle", was seine Besorgnis über die Situation zeigte.
Die Verhaftung von Vorcaro erfolgte nach Ermittlungen wegen des Verdachts auf Betrug bei der Banco Master. Die zwischen dem Bankier und dem STF-Minister ausgetauschten Nachrichten werfen Fragen über die Natur ihrer Beziehung und die Umstände der strafrechtlichen Untersuchung auf.




