Die Europäische Kommission beabsichtigt, die Überschüsse aus dem SAFE-Programm mit einem Budget von 150 Milliarden Euro für zwei vorrangige Projekte der europäischen Verteidigung zu nutzen: den Bau eines Luftschildes und eine Drohnenabwehr-Initiative. Laut zwei Diplomaten, die von Euractiv zitiert wurden, schätzt Brüssel, dass nach dem Abschluss der Finanzierungsvereinbarungen mit den Mitgliedstaaten zwischen 10 und 15 Milliarden Euro verfügbar sein werden. Diese Marge ergibt sich aus Änderungen an den nationalen Plänen, insbesondere aus der Reduzierung der von Italien angeforderten Mittel, die von 14,9 Milliarden auf etwa 8 Milliarden Euro gesenkt wurden, sowie aus der Überprüfung des ungarischen Plans.
Die beiden Initiativen wurden zunächst in die Roadmap zur Verteidigungsbereitschaft der Europäischen Kommission aufgenommen, die mit dem Ziel vorgestellt wurde, Fähigkeitslücken zu schließen und die europäische militärische Bereitschaft zu verbessern. Der ursprüngliche Vorschlag sah vor, dass die neuen Fähigkeiten noch vor Ende des Jahrzehnts einsatzbereit sein sollten. Die Nutzung der SAFE-Überschüsse würde es ermöglichen, nicht zugewiesene Mittel in gemeinsame Verteidigungsprojekte mit Schwerpunkt auf den Russland am nächsten gelegenen Ländern umzuwandeln, angesichts der Entwicklung der Bedrohung im europäischen Luftraum, wo mehrere Verbündete der östlichen Flanke zunehmend Drohneneinbrüche und andere Verletzungen verzeichnen.
Die beiden Projekte sind Teil von vier Vorzeigeprojekten, die Brüssel vorgestellt hat, um Europa bis 2030 verteidigungsfähig zu machen, zusammen mit dem Weltraumschild und der Initiative „Eastern Flank Watch". Letztere war die einzige, die formell von den Mitgliedstaaten unterstützt wurde, wobei eine Koalition aus 13 Ländern zusammen mit der Ukraine und Norwegen einen Vorschlag an die Kommission vorgelegt hat. Das Projekt erhielt 60 Millionen Euro aus dem Europäischen Programm für die Entwicklung der Verteidigungsindustrie und könnte bis zu 100 Milliarden Euro an Investitionen mobilisieren.
Für Brüssel könnte die zweite Finanzierungsrunde nicht nur dazu dienen, das verbleibende Geld aus dem SAFE-Programm umzuverteilen, sondern auch dazu, die europäischen Fähigkeiten zur Luft- und Drohnenabwehr genau in den am stärksten von russischen Bedrohungen betroffenen Gebieten zu beschleunigen. Der Luftschild zielt darauf ab, die europäische Fähigkeit zur Abwehr von Luft- und Raketenbedrohungen zu stärken, während die Drohnenabwehr-Initiative eine koordinierte Reaktion auf den zunehmenden Einsatz unbemannter Systeme schaffen soll.




