Ein Forschungsteam der Universität Coimbra untersucht, wie psychologische Merkmale der Finanzverantwortlichen kleiner und mittlerer Unternehmen Entscheidungen in Bezug auf Liquidität und Verschuldung beeinflussen. Diese Forschung, genannt PSYFIN, wird koordiniert von Filipe Coelho, Dozent an der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der UC und Forscher am Zentrum für Wirtschafts- und Managementforschung, und wird von der Stiftung für Wissenschaft und Technologie finanziert.
Die Studie analysiert Faktoren wie Achtsamkeit, die mit bewusster Aufmerksamkeit im gegenwärtigen Moment verbunden ist, und regulatorischen Fokus, der damit zusammenhängt, wie Individuen ihr Verhalten auf die Erreichung von Zielen ausrichten. Die ersten Ergebnisse wurden aus 449 Fragebögen gewonnen, die von Finanzverantwortlichen von KMU in Portugal ausgefüllt wurden.
Die gesammelten Daten zeigen, dass hohe Achtsamkeitswerte mit einer höheren Liquiditätshaltung verbunden sind. Finanzentscheider mit höheren Achtsamkeitswerten weisen typischerweise eine bessere emotionale Regulation, geringere Impulsivität und niedrigere Übermut-Niveaus auf. Achtsamkeit wurde auch mit einem stärkeren ethischen Bewusstsein in Verbindung gebracht, was die Sorge um den Schutz organisatorischer Ressourcen verstärken kann.
Die Studie zeigt auch eine geringere Risikobereitschaft bei diesen Entscheidern, was sich in einer Präferenz für konservativere Finanzpolitiken äußert, wobei dieser Effekt bei Unternehmen mit längerer Unternehmensgeschichte stärker ausgeprägt ist. Laut Filipe Coelho trägt das Projekt zu einem tieferen Verständnis bei, wie individuelle psychologische Merkmale unternehmerische Finanzentscheidungen und die Faktoren, die Liquiditätspolitiken beeinflussen, beeinflussen.




