Die Situation in der Stadt Ceuta ist eine der größten jüngeren Krisen, sowohl geopolitisch als auch sicherheitspolitisch und humanitär, mit denen die Europäische Union an ihrer Südgrenze konfrontiert ist. Die Krise umfasst mehrere Dimensionen, die sich überlappen und miteinander interagieren.
Der Politikwissenschaftler Joseph Nye wird zitiert, um zu erklären, dass in Ceuta verschiedene gleichzeitige Spiele auf verschiedenen überlagerten Schachbrettern entschieden werden: die historische, die geopolitische, die sozioökonomische und die moralische Dimension. All diese Dimensionen gehen über die bestehende besondere Beziehung zwischen Spanien und Marokko hinaus.
All diese Fragen verweisen auf die von Europa übernommene, aber nicht umgesetzte Verantwortung gegenüber einem Kontinent, der bis praktisch in die sechziger und siebziger Jahre des 20. Jahrhunderts sein Kolonialgebiet war. Der Artikel stellt thus eine Verbindung zwischen der aktuellen Situation in Ceuta und dem kolonialen Erbe Europas auf dem afrikanischen Kontinent her.




