Der brasilianische Philosoph Vladimir Safatle gab dem Expresso ein Interview, in dem er erklärte, dass der Sieg von Flávio Bolsonaro „das Ende Brasiliens als nationales Projekt" darstellt. Safatle wuchs geprägt von der politischen Verfolgung seines Vaters während der brasilianischen Militärdiktatur und dem Putsch Augusto Pinochets in Chile auf – Erfahrungen, die seine politische Perspektive formten.
Im Interview führt Safatle aus, dass es tatsächlich einen Teil der brasilianischen Bevölkerung gibt, der eine langfristige Entscheidung für die extreme Rechte getroffen hat. Der Denker betrachtet Brasilien als „das große Problem der USA heute" und beschreibt die extreme Rechte als „konservative revolutionäre Kraft" – eine Charakterisierung, die seine Analyse über die Natur der Bewegung verdeutlicht.
Der Philosoph wirft der Linken auch vor, eine tiefgreifende „Krise der politischen Vorstellungskraft" durchzumachen, und suggeriert, dass die Unfähigkeit, überzeugende Alternativen vorzuschlagen, zum Vormarsch der extremen Rechten im Land beigetragen hat. Diese Kritik steht im breiteren Kontext seiner Analyse der brasilianischen politischen Lage und der Zukunft des Landes als kollektives Projekt.



