Der Europaabgeordnete der Iniciativa Liberal, João Cotrim Figueiredo, vertrat am Sonntag die Ansicht, dass die wichtigsten politischen Führungspersönlichkeiten Portugals — Luís Montenegro vom PSD, José Luís Carneiro vom PS und André Ventura vom Chega — sich auf Wahlkalküle konzentrieren, anstatt sich den Problemen des Landes zu widmen, in einer Zeit, in der Portugal strukturelle Reformen benötigt. Der Kommentar wurde in der Analyse-Sendung der SIC Notícias abgegeben, wo er seine Entmutigung über den Verlauf der öffentlichen Debatte in einem unsicheren internationalen Kontext zum Ausdruck brachte.
In Bezug auf den PSD warf Cotrim Figueiredo der Regierung eine rein defensive Strategie vor und beschuldigte sie, heiklen Themen auszuweichen, wie den Problemen bei den nationalen Prüfungen oder den Unklarheiten bezüglich des Kaufs der REN, und kritisierte darüber hinaus das Fehlen einer Absicht, die Sozialversicherung zu reformieren. Was den PS betrifft, klassifizierte er die Haltung der Sozialisten als passives Abwarten und die Erwartung, „abzuwarten, ob die Macht einem in den Schoß fällt", und verwies darauf, dass die Partei keine sofortigen Wahlen wolle, da sie noch nicht darauf vorbereitet sei.
In Bezug auf den Chega warf der Europaabgeordnete der politischen Kraft vor, „um jeden Preis an die Macht gelangen zu wollen" und „verantwortungslose" Vorschläge zu lancieren, wie die Senkung des Rentenalters, um die älteren Wählerschichten anzusprechen, und kritisierte die Ankündigung der Misstrauensmotion als bloßes taktisches Mittel. Cotrim Figueiredo vertrat außerdem die Ansicht, dass der Innenminister Luís Neves nach der Aufdeckung informeller Verfahren bei der Polícia Judiciária während seiner früheren Leitung dieser Institution keine Bedingungen mehr für einen Verbleib im Amt habe, da diese angeblich einen Teil des Ansehens der PJ zerstört hätten.
Der ehemalige Vorsitzende der IL warnte auch, dass während die nationale politische Klasse über Wahltermine und punktuelle Maßnahmen diskutiere, das nächste politische Jahr von Wahlen mit großer internationaler Auswirkung geprägt sein werde,




