Der Kommentator António José Telo sprach in Beiträgen bei CNN Portugal von der Vorbereitung einer „Anakonda-Strategie" der Vereinigten Staaten gegen den Iran, wobei er das Bild einer Schlange verwendete, die ihre Beute langsam erdrückt, bis sie erstickt. Der Artikel von Luís Ganhão kritisiert diese und andere zoologische Metaphern in der Geopolitik, wie Falken, Tauben, Tiger, Drachen, Bären und Löwen, und argumentiert, dass diese Bilder komplexe Fragen übermäßig vereinfachen und tiefgehende Analysen durch filmische und medienwirksame Erzählungen ersetzen.
Der Autor vertritt die Ansicht, dass Diplomatie nicht mehr nur abgewertet wird, sondern nunmehr als verdächtig gilt, denn Verhandeln bedeutet, Mehrdeutigkeiten zu akzeptieren und legitime Interessen des Gegners anzuerkennen, was schnell mit Schwäche oder Verrat gleichgesetzt wird. Der Krieg hingegen bietet eine unmittelbare Erzählung von Gut und Böse, Schuldigen und Unschuldigen. Ganhão warnt, dass der Iran keine Beute ist und die Vereinigten Staaten keine riesige Schlange, sondern Länder mit Geschichten, Institutionen und Millionen von Menschen sind, deren Beziehungen Operation Ajax, den Iran-Irak-Krieg, Rivalitäten mit Saudi-Arabien, Nuklearambitionen, Öl und Sanktionen umfassen.
Der Artikel hinterfragt die Konsequenzen einer Strategie der schrittweisen Einschnürung gegen den Iran: Regimewechsel, Verhandlungen, Widerstand, Radikalisierung oder Fragmentierung, und wer diese Konsequenzen kontrollieren oder den Preis dafür zahlen würde. Das eigentliche Problem, so der Autor, liegt nicht in der Verwendung von Metaphern an sich, sondern in der Leichtigkeit, mit der diese den Platz konkreter Politik einnehmen. Ganhão vertritt die Ansicht, dass Diplomaten, die häufig wegen mangelnder Härte kritisiert werden, die einzigen sind, die noch erkennen, dass es andere Farben in einer Welt gibt, die alles in Schwarz-Weiß verlangt.
Eine erklärende Anmerkung am Ende des Artikels bietet Hintergrundinformationen zur Operation Ajax, einem geheimen Eingreifen der Vereinigten Staaten und des Vereinigten Königreichs, das 1953 den iranischen Premierminister Mohammad Mosaddegh stürzte, nachdem dieser die Ölindustrie des Landes verstaatlicht hatte. Der Putsch setzte den Schah als autoritären Führer wieder ein, was letztlich zur




