Carla Madeira ist derzeit die meistgelesene Belletristik-Autorin Brasiliens. Ihr vierter Roman „Quando" handelt von einer Mutter, die ihren Sohn bei der Polizei anzeigt – eine Geschichte, die das persönliche Chaos widerspiegelt, das die Autorin hinter den Kulissen durchlebte. Ihre früheren Bücher umfassen „Tudo é Rio", „A natureza da mordida" und „Véspera" (2021).
Nach der Fertigstellung von „Véspera" fühlte sich Carla noch nicht bereit, wieder zu schreiben, als eine Reihe von Todesfällen in ihrem Leben eintraten. Sie befand sich in einem Moment tiefer emotionaler Schwierigkeit, beschrieben als eine Situation, in der „das echte Leben unerträglich wurde".
Die Autorin pflegte eine tiefe Freundschaft mit einer anderen Frau, mit der sie die Werbeagentur Lápis Raro gründete. Die beiden wurden zusammen schwanger und brachten am selben Tag ihre Töchter zur Welt, und Carla stillte sogar die Tochter ihrer Freundin. Nach der Diagnose Bauchspeicheldrüsenkrebs bei ihrer Freundin folgte Carla der Reihenfolge der Menschen, denen sie vertraute: zuerst der Psychoanalytiker, dann die Mutter, und zuletzt die beste Freundin.
Mit dem Tod dieser Freundin wurde die Literatur zur einzigen Rettung für Carla Madeira. Die Erfahrung tiefer Trauer trieb sie dazu, wieder zu schreiben und ihr persönliches Leid in literarische Kreativität zu verwandeln.




