Die Schauspielerin, Regisseurin und Dramatikerin Rafaela Azevedo, 35 Jahre alt und in Rio de Janeiro geboren, feiert an diesem Mittwoch (2.) die Uraufführung ihres Solo-Stücks „A igreja da Fran" im Teatro Clara Nunes in Rio de Janeiro, nachdem sie bereits in São Paulo aufgetreten war. Es handelt sich um den zweiten Monolog einer Trilogie mit der Figur Fran in der Hauptrolle, nach „King Kong Fran", das drei Jahre lang Bühnen in Brasilien und im Ausland füllte und den normalisierten Sexismus in der Gesellschaft thematisierte.
In dem neuen Stück erweitert Rafaela die Diskussion um die Beziehung zwischen Patriarchat und Religion. Während einer etwa einjährigen Recherche vertiefte sich die Autorin in die Texte und Kontroversen der christlichen Religionen, deren Anhänger in Brasilien laut Volkszählung 2022 über 80 % der Bevölkerung ausmachen.
Die Dramatikerin erklärte, dass sie in diesem Stück „viel didaktischer" vorgehen musste. Sie sagte, dass sie nach der Recherche über das Thema begann zu denken: „Ich werde es nie mehr schaffen, nicht mehr darauf zu schauen." Was sie während der Recherche am meisten erschütterte, war das Thema der Pädophilie, wobei neuere Forschungen alarmierende Zahlen zeigten wie 440.000 missbrauchte Kinder in Spanien und 230.000 in Frankreich, während in Brasilien solche Untersuchungen noch ausstehen.




