Das Bundesgericht in Brasília hat für nächsten Mittwoch eine Vergleichsverhandlung zwischen der brasilianischen Regierung und der Plattform Discord angesetzt. An dem Treffen nehmen Vertreter der Union, des Unternehmens und der Bundesstaatsanwaltschaft teil, die mit den Tatsachen vertraut sind und Verhandlungsvollmacht haben. Ein Vertreter der Nationalen Datenschutzbehörde kann ebenfalls in kooperativer Weise teilnehmen, um Aufklärungen zu liefern, jedoch ohne formal als Prozesspartei aufzutreten.
Die Bundesregierung fordert, dass Discord eine Entschädigung wegen immaterieller Schäden in Höhe von 500 Millionen Real zahlt. Außerdem verlangt sie, dass sich die Plattform den Anforderungen des digitalen ECA anpasst und verpflichtet wird, Maßnahmen zur Erhöhung der Sicherheit der Internetnutzer umzusetzen, insbesondere für Kinder, Jugendliche und Frauen.
Am vergangenen Mittwoch reichte die brasilianische Regierung eine öffentliche Zivilklage gegen Discord ein. Die Entscheidung fiel, nachdem das Präsidialamt die Verhandlungen mit der Plattform über die Unterzeichnung eines Vergleichsvertrags ergebnislos beendete, bei dem es sich um ein freiwilliges Engagement des Unternehmens zur Anpassung seiner Praktiken an die brasilianischen rechtlichen Anforderungen gehandelt hätte.
Der Rechtsstreit steht im Zusammenhang mit dem Tod eines 13-jährigen Teenagers, dessen Ableben angeblich mit Inhalten auf der Plattform in Verbindung stehen soll. Der Fall hat die Debatte über die Verantwortung sozialer Netzwerke beim Schutz von Minderjährigen und bei der Moderation schädlicher Inhalte neu entfacht.




