In Rabat war dieser August von dem typischen Schweigen geprägt, das die Hauptstadt während des Sommers beherrscht, wenn die Hälfte des Landes im Urlaub ist. Es ist auch das übliche Schweigen, das die marokkanischen Behörden in Momenten der Spannung aufzwingen, wie es während der Krise zwischen Rabat und Madrid im Jahr 2022 der Fall war. Dieses Schweigen ist berechnet und abgemessen, bei dem die wenigen Worte der Verantwortlichen oder die Handlungen bis aufs Kleinste berechnet sind. Eine Antwort, bei der es keine Improvisation gibt.
In nur einem Monat hat Marokko das protokollarische Schweigen aufgegeben und fordert nun das "historische Recht" auf Ceuta und Melilla. Diese Veränderung stellt eine signifikante Änderung der Haltung des Landes in Bezug auf die spanischen Städte im nördlichen Afrika dar. Die marokkanischen Behörden haben den Ton ihrer öffentlichen Erklärungen geändert, von einem zurückhaltenden Ansatz zu einer assertiveren Position bezüglich der territorialen Souveränität.
Der Übergang spiegelt eine bewusste Strategie seitens Rabat wider, das Schweigen als diplomatische Werkzeug während sensiblerer Zeiträume einsetzt. Wenn nötig, entscheidet sich das Land für eine sorgfältig kalibrierte Kommunikation, wobei es Erklärungen vermeidet, die Konflikte eskalieren könnten. Dieser Ansatz ermöglichte es Marokko, seine territorialen Ansprüche schrittweise und kontrolliert zu verwalten.
Die frühere Krise zwischen Marokko und Spanien im Jahr 2022 demonstrierte, wie das nordafrikanische Land seine Reaktion je nach den Umständen modulieren kann. Die jüngste Forderung nach dem "historischen Recht" auf Ceuta und Melilla entsteht als Teil dieser umfassenderen Strategie der territorialen Bekräftigung, wobei ein spezifischer Moment genutzt wird, um seine Ansprüche direkter hörbar zu machen.




