Während der Podiumsdiskussion „Spekulative Fiktion zwischen Vergangenheit und Zukunft" bei der 4. Fliparacatu diskutierten die Autorinnen Paulliny Tort und Sérgio Abranches, wie die literarische Vorstellungskraft als Werkzeug dient, um die Gegenwart zu begreifen, und nicht nur als Flucht vor der Realität. Ausgehend von ihren Werken — „Os Imortais" und „A Franja do Fim do Mundo" — erforschten die Schriftsteller Themen wie die Klimakrise, soziale Ungleichheit und die Kritik am neoliberalen Modell, das die menschliche Existenz auf Produktivität reduziert. Beide vertraten die Ansicht, dass das Imaginieren von Zukünften, sei es durch die Rückkehr in die Prähistorie oder durch das Projektieren von Dystopien, eine Form ist, Autonomie auszuüben und Fragen sichtbar zu machen, die die Gegenwart zu verbergen versucht, und betonten, dass die Literatur als Probenraum fungiert, um kollektiv darüber nachzudenken, welche Art von Gesellschaft man aufbauen möchte.
Agência Incomparáveis29.08.26, 23:15