Das Oberste Wahlgericht gewährte am Freitagabend (28.) eine einstweilige Verfügung, die es dem ehemaligen Gouverneur Anthony Garotinho (Republicanos) erlaubt, seine Wahlkampfaktivitäten in Rio de Janeiro wieder aufzunehmen. Die Maßnahme setzt die einstimmige Entscheidung des Regionalen Wahlgerichts außer Kraft, das dem Kandidaten die Nutzung öffentlicher Mittel, die Teilnahme an der kostenlosen Wahlwerbezeit im Radio und Fernsehen sowie die Teilnahme an Debatten untersagt hatte.
Minister Floriano de Azevedo Marques vom TSE begründete die Entscheidung damit, dass „mindestens eine erhebliche Rechtskontroverse" über Garotinhos Situation bestehe. Seiner Entscheidung zufolge sollte der ehemalige Gouverneur die gleichen Wahlkampfbedingungen wie die anderen Kandidaten beibehalten, bis über die endgültige Registrierung seiner Kandidatur entschieden wird.
Die Verurteilung Garotinhos wegen Untreue, die im vergangenen Jahr rechtskräftig wurde, steht im Zentrum dieses Rechtsstreits. Der Prozess betraf Betrug beim Projekt „Saúde em Movimento" während der Amtszeit der damaligen Gouverneurin Rosinha Garotinho in den Jahren 2005 und 2006, einer Zeit, in der der Politiker das Amt des Gouverneurs des Bundesstaates Rio de




