Fast tausend Kandidaten mit Anfechtungsklagen führen im ganzen Land normal Wahlkampf. Bis letzten Mittwoch hatte die Wahlstaatsanwaltschaft 974 Kandidatenregistrierungen angefochten, und diese Zahl könnte noch steigen. Diese Kandidaten erscheinen in der Wahlwerbung im Radio und Fernsehen, zusätzlich zu ihrem Wahlkampf auf den Straßen.
Die Situation verwundert viele Wähler, aber die Praxis hat Rückhalt in der brasilianischen Gesetzgebung. Der Anwalt und Wahlrechtsspezialist Fernando Neisser erklärt, dass das Gesetz Kandidaten mit Anfechtungsanträgen erlaubt, den Wahlkampf fortzusetzen, bis die Wahlgerichtsbarkeit ihre Klagen prüft.
Laut Neisser zielt diese Erlaubnis darauf ab, das Recht der Kandidaten auf umfassende Verteidigung mit dem Schutz des Wahlrechts der Wählerschaft in Einklang zu bringen. Solange die Anfechtungen nicht entschieden sind, können die Kandidaten ihren Wahlkampf normal fortführen.




