Flavio Bolsonaro nahm an einem Interview bei TV Globo teil, und die Analyse zeigt, dass er im Programm steif und wenig glaubwürdig wirkte. Er verwendete ein sorgfältig einstudiertes Medien-Trainings-Script, um sich als „guter Junge" darzustellen. Er erklärte der Moderatorin Renata Vasconcellos freiwillig seine Solidarität und behauptete, das „ungehobene" Verhalten vom Vortag sei gegen sie gerichtet gewesen.
Im Interview widerrief Flavio seine zuvor geäußerten Zweifel am elektronischen Wahlsystem und kritisierte seinen Bruder Eduardo für die Feier über Trumps Zolltarife gegen Brasilien. Er versuchte zu vermeiden zu erklären, wohin die Millionen Reais geflossen waren, die er vom Bankier Daniel Vorcaro gefordert, verlangt und erhalten hatte – Vorcaro war der Drahtzieher des Master-Betrugs, insbesondere der Zahlungen in die Vereinigten Staaten.
Stattdessen versuchte Flavio die Situation umzukehren. Er behauptete, Lula habe bei einem inoffiziellen Termin zusammen mit dem amtierenden Zentralbankgouverneur Gabriel Galipolo ein Treffen mit Vorcaro gehabt. Er behauptete, bei diesem sogenannten „geheimen" Treffen habe Lula versprochen, dass die Ermittlungen im Master-Fall eingestellt würden, wenn Galipolo das Amt des Zentralbankgouverneurs übernehme.




