Das Verfassungsgericht hat die von Präsident Marcelo Rebelo de Sousa hinsichtlich des Rückkehr- und Asylgesetzes erhobenen verfassungsrechtlichen Bedenken nicht übernommen. Die PS-Partei respektierte die Entscheidung des Gerichts und betrachtete die Frage damit als auf rechtlich-verfassungsrechtlicher Ebene geklärt.
Livre wiederum appellierte an den ehemaligen PS-Parteivorsitzenden António José Seguro, seinen Einfluss beim Präsidenten der Republik geltend zu machen, damit dieser ein politisches Veto gegen das Gesetz einlegt. Die Partei vertritt die Ansicht, dass der Präsident trotz der fehlenden verfassungsrechtlichen Einwände des Gerichts die Möglichkeit hat, die Gesetzgebung aus politischen Gründen abzulehnen.
Das politische Veto unterscheidet sich vom verfassungsrechtlichen Veto dadurch, dass der Präsident der Republik das Gesetz zur erneuten Beratung und Abstimmung an die Assembleia da República zurückverweisen kann, ohne eine spezifische Begründung liefern zu müssen. Dieses Instrument bleibt auch dann verfügbar, wenn das Verfassungsgericht die Verfassungsmäßigkeit einer Norm bestätigt.



